Metalldetektoren
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Die systematische Suche mit Metalldetektoren
 

Nachdem Sie einen Metalldetektor ihrer Wahl erworben haben, sollten Sie sich grundsätzlich zuerst einmal ausreichend mit dem Gerät vertraut machen. Lesen Sie dazu ausgiebig die Bedienungsanleitung. Dies ist vor allem bei komplexen und programmierbaren Detektoren, wie z.B. dem Whites XLT, DFX oder dem Minelab Explorer, äusserst wichtig!

Studieren Sie den Ortungston und das Ortungsverhalten ihres Detektors. Benutzen sie dazu unterscheidliche Metallgegenstände, wie beispielsweise Münzen aus Kupfer, Silber und Gold, verschiedene Gegenstände aus Buntmetall und Eisen, Alufolie, Flaschenverschlüsse etc.. Schalten Sie nun ihr Gerät, am besten im Freien, ein. Schwenken Sie die unterschiedlichen Objekte vor der Suchspule hin und her und merken Sie sich das entsprechende Verhalten und das Ortungssignal ihres Gerätes. Wenn Sie möchten, können Sie die Gegenstände und Münzen auch im Garten vergraben. Markieren Sie die Stellen und probieren Sie erneut diese mit eventuell anderen Einstellungen ihres Gerätes - z.B. mit unterschiedlichen Diskriminator-Werten - zu orten. Durch diese Methode erhalten Sie ausreichende Erfahrung für den Einsatz im Gelände.

Abb. 1: Halten Sie die Suchspule immer parallel zur Oberfläche.

Im nächsten Schritt üben Sie die Handhabe ihres Detektors. Gegen Sie ins Freie, z.B. in ihren Garten, und führen Sie dort einige "Trockenübungen" durch. Versuchen Sie dabei die Suchspule langsam und vorsichtig über den Erdboden vom links nach rechts zu schwenken und achten Sie unbedingt darauf, dass Sie die Spule in geringen Abstand immer parallel zur Erdoberfläche bewegen. Dadurch wird eine optimale Abtastung des Untergrundes durch das magnetische Feld gewährleistet ohne das Sie an Suchleistung verlieren. Wenn Sie die Spule nach links oder rechts schwenken kann es bei Anfängern häufig vorkommen, dass die Sonde im Bogen nach oben bewegt wird. Versuchen Sie dies weitgehend zu vermeiden (siehe Abb.1)!

Abb. 2: Schwenken Sie die Suchspule in überlappenden Bahnen.

Nun schreiten Sie langsam nach vorne. Schwenken Sie die Sonde (wie auf Abb.2) langsam hin und her. Die einzelnen Schwenkbahnen sollten sich überlappen, damit sie keine Lücke in der abgesuchten Fläche hinterlassen und somit keine eventuell dort vorhandenen Fundstücke übersehen. Für einen Schwenk von links nach rechts sollten Sie sich ca. 2 Sekunden Zeit nehmen. Schwenken Sie zu schnell, so kann es vorkommen das Objekte im Erdboden von den Filtern ihres Detektors nicht schnell genug erfasst werden und Sie somit ein vielleicht wertvolles Stück übersehen.

Nun beherrschen Sie alle nötigen Grundvorraussetzungen für die Suche mit einem Detektor. Gehen Sie nun auf die Suche nach einem geeigneten Suchgebiet. Sehr häufig liegen sehr interessante historische Flächen direkt vor ihrer Haustür, erkundigen Sie sich in ihrem örtlichen Museum und recherchieren Sie in der Stadtbibliothek oder im Stadtarchiv. Suchen Sie das Gespräch mit Heimatforschern und älteren Leuten, sie werden dadurch sehr häufig wertvolle Tipps bekommen. Um sich eine kurze Übersicht der Möglichkeiten zu verschaffen, können Sie sich auch unsere Hinweise zu möglichen Suchgebieten anschauen.

Haben Sie eine geeignete Fläche für eine Suche entdeckt, so müssen Sie sich nun entscheiden, auf welche Art und Weise sie das Gebiet untersuchen möchten. Handelt es sich um eine Fläche, z.B. einen Acker, von der schon sehr viele Funde bekannt geworden sind, sollten Sie unbedingt systematisch vorgehen. Dabei fangen Sie am Rand des Gebietes an und gehen eine Bahn in Breite ihrer Schwenkreichweite. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass sie die Spule parallel und in geringem Abstand über den Boden bewegen. Die Spule sollte dabei die jeweils abgesuchte Fläche überlappen. Am Ende des Bereiches gehen Sie zurück und überlappen dabei leicht den Bereich der ersten Bahn. Fahren Sie so fort bis das gesamte Gelände einmal vollständig untersucht wurde (Abb.3). War der abgesuchte Bereich besonders ergiebig und hat sehr viele kleine Objekte und /oder Münzen hervorgebracht, so sollten Sie die gesamte Fläche nocheinmal absuchen. Dazu gehen Sie nun Bahnen, welche 90 Grad versetzt zu den vorherigen liegen. Es bildet sich ein sogenanntes Suchgitter (Abb.4). Sie werden überrascht sein, wie viele Objekte und Münzen Sie übersehen haben. Handelt es sich bei der Fundstelle um Ackerland, welches regelmässig neu bewirtschaftet wird, so denken Sie daran das Feld jedes Jahr erneut auf gleiche Art und Weise abzusuchen.

Abb. 3: Die Bahnenmethode.

Abb. 4: Das Suchgitter.

Stehen Sie vor der Herrausforderung eines wirklich großes Gebiet absuchen zu müssen, um Fundkonzentrationen (beispielsweise von Siedlungsstellen) zu ermitteln, würde die Bahnenmethode viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Bedenken Sie auch das Sie möglichst schnell möglichst viel finden möchten! Für einen solchen Fall bietet sich eine spezielle Methode an, welche Sie auf Abb.5 erkennen können. Das Suchgebiet wird nun ersteinmal diagonal durchschritten. Am Eckpunkt angelangt wechselt man die Richtung parallel zur Suchgebietskante und geht nach dem nächsten Eckpunkt anschliessend wieder diagonal weiter usw.. Hat der erste Durchgang keine gute Fundquote erbracht, müssen wir, um sicher zu gehen, nun noch die restlichen Freiflächen untersuchen. Nun starten wir von der Mitte einer Suchgebietskante aus und schreiten diagonal jeweils zum nächsten Kantenmittelpunkt (Abb.6).

Abb. 5: Lokalisation von Fundstreuungen.

Abb. 6: Das Rautensystem.

Sind Sie auf diese Art und Weise auf einen interessanten Fund gestossen (z.B. auf eine Silber- oder gar Goldmünze, eine Fibel etc.) müssen wir nun ermitteln ob sich nicht in unmittelbarer Nähe zu diesem Objekt noch weitere Funde verbergen. Wir könnten uns mitten in einer sehr interessanten Fundkonzentration oder auf der Fläche eines zerstreuten Münzhortes befinden! Vom Zentrum der Fundstelle aus gehen wir nun eine Suchspirale (Abb.7). Hierbei orientieren Sie sich an der jeweils vorangegangenen Bahn und schreiten spiralförmig nach aussen.

Abb. 7: Die Suchspirale

Abb. 8: Fundkonzentration ermittelt.

Stossen Sie dabei nicht innerhalb von kurzer Zeit auf weitere Funde, dann setzen Sie ihre ursprüngliche Bahn weiter fort. Erbringt die Suchspirale allerdings sofort weitere Fundstücke, setzen Sie neu an und gehen erneut eine Spirale (Abb.8). Auf diese Weise können Sie innerhalb kürzester Zeit eine Fundkonzentration ermitteln und vollständig, bis auf den letzten Fund, absuchen. Handelt es sich bei der Fläche um einen Acker, so sollten Sie sich die Ausmaße der Fundkonzentration dringend einprägen und die Fläche im nächsten Jahr, nach dem Pflügen, vielleicht sogar mit einem Suchgitter (Abb.4) nochmals untersuchen.

Weitere Tipps und Tricks:

Suchen Sie auf Ackerland, so gehen Sie nicht direkt über eine frisch gepflügte Fläche. Der Boden ist dort derart aufgelockert und mit Luft durchsetzt, dass Sie erhebliche Suchleistungseinbußen zu befürchten haben. Zudem sucht es sich äusserst beschwerlich auf der groben Krume. Warten Sie lieber bis sich der Boden durch Regenfälle gesetzt hat. Die besten Erfolge erzielt man in der Regel auf extrem verdichteten Ackerflächen, welche seit mehr als einem halben Jahr brach liegen. Der beste Zeitraum um derartige Flächen zu ermitteln ist der Spätsommer bis zum Frühjahr.

Abb. 9: Frisch gepflügte Ackerfläche

Realisiert durch Andreas Ernst Bergkamen