|
| Fibelkunde + Geschoßformen + Keltische Münzen + Suchgebiete |
|
1. Die keltischen Münzen 1.1 Die materiellen Grundlagen Der Reichtum Galliens an Gold war in der Antike sprichwörtlich. Nach Diodor gab es Silber dort überhaupt nicht, Gold aber recht viel, das die Natur den Bewohnern ohne Bergmannsarbeit und ohne Plackerei schenkte. „Denn der Umstand, daß die Flüsse in zahlreichen Windungen dahinfließen, dabei gegen die bergigen Ufer stoßen und große Erdmassen wegspülen, füllt diese mit goldhaltigem Geröll. Dieses sammeln diejenigen, welche mit solcher Arbeit beschäftigt sind; sie mahlen es oder zerklopfen die Klumpen, die den Goldkies enthalten. Mit Hilfe des Wassers spülen sie alles Erdige ab und übergeben das Erz zum Ausschmelzen in die Öfen. So sammeln sie eine Menge Gold.“
Das Experiment Waldhäuser und Fröhlich 1991 Die Bergwerke in den Pyrenäen ergaben einen höheren Ertrag als die in Spanien. Die Ausbeute der dortigen Gruben und der Goldwäschereien an den aus den Cevennen und Pyrenäen herabströmenden Flüssen hatte Toulouse zu einer überaus wohlhabenden Stadt gemacht, deren Goldreichtum bei den Römern sagenhaft war. Auch in der Gegend von Aosta, am Rhein und an der Donau werden von den römischen Schriftstellern Goldwäschereien erwähnt. Goldsandführende Flüßchen und Bäche gab es in der Schweiz, im Gebiet der beiden Emmen, wo teilweise noch bis ins 19. Jh. Gold gewaschen wurde und auch in Böhmen. Dort fand Dubský im Jahre 1940 in Modlešovice am Rand der Hochwasserzone des Flusses Otava, während der Ausgrabung einer keltischen Siedlung, einige hölzerne Fragmente, die von Waldhäuser und Fröhlich 1991 als Bestandteile einer Goldwaschanlage identifiziert wurden und nach einer C14-Untersuchung in die Zeit um 860 ± 121 v.Chr. datiert werden konnte.[1] Sie rekonstruierten diese Anlage mit dem Ergebnis, daß mit ihr zwei Arbeiter pro Tag ein Gramm Gold gewinnen konnten. Ohne den Ertrag der damaligen Goldwäschereien wären die großen Mengen an Goldgegenständen, die in den benachbarten Fürstengräbern gefunden wurden, und die große Anzahl von »Regenbogenschüsselchen«, nicht zu erklären.[2]
1.2 Die keltische Münzprägung Die Münze, der Definition nach ein handliches, umlauffähiges Metallstück, für dessen Gewicht und Feingehalt der Staat durch Bild und Aufschrift bürgt, entstand schon im späten 7. Jahrhundert v. Chr. im hellenisierten Reich der Lyder und wurde von den Griechen im ganzen Mittelmeerraum verbreitet. Den Münzen voran gingen wohl kleine tropfen- oder klumpenförmige Barren aus Edelmetall. Münzen aus Gold, Silber und Kupfer, in Gräbern und Münzhorten entdeckt oder als Siedlungs- und Streufunde aufgelesen, gehören zu den wichtigsten Funden der archäologischen Wissenschaft. Einst jeweils in mehr oder minder großen Mengen aus einer Form geprägt oder gegossen und verbreitet, garantieren sie auch heute eine besonders dichte Überlieferung des einmal vorhandenen Typenschatzes und erlauben, dank umfangreicher Forschungen der letzten Jahrzehnte, eine präzise Datierung der Münze selbst, sowie die der entdeckten Befunde. Das kostbare Material hat dieses Überleben teils gefördert, teils behindert: Gold wird ebenso gerne aufbewahrt und versteckt wie geraubt und eingeschmolzen, beides besonders in Kriegs- und Kriesenzeiten. In gleicher Weise wie die Münztypen selbst müssen also auch Funddichte und Fundstreuung nicht nur registriert, sondern immer auch interpretiert werden. Die keltische Münzprägung basiert von Anfang an auf der Nachahmung der südlichen, hauptsächlich griechischen Vorbilder. In ihr spiegelt sich die fruchtbare Begegnung mit den Hochkulturen des Mittelmeers und die allmähliche Selbstfindung des keltischen Wesens besonders exemplarisch wieder. Von vorsichtiger Imitation über wilder Entstellung, fruchtbares Mißverständnis, eigenständige Umdeutung und schließlich selbstverständliche Eigenaussage sind alle Stadien dieses Prozesses in zahllosen Münzdenkmälern aus der ganzen keltischen Welt von Spanien und Britannien über Gallien, Süddeutschland und der nördlichen Schweiz, Böhmen und den Balkan bis nach Kleinasien hin belegt. Die Zentren der frühen Keltenprägung liegen dabei im Westen und Osten, während der Raum unmittelbar nördlich der Alpen zunächst im Windschatten der Entwicklung bleibt. Die Eigenproduktion beginnt hier recht unvermittelt mit genuin keltischen Formen im Stadium zwischen Mißverständnis und Umdeutung der griechischen Originale[3]. Je weiter diese Münzen von der klassischen Norm entfernt waren, um so unverständlicher mußten sie zunächst dem späteren Betrachter erscheinen.
1.3 Die keltischen »Regenbogenschüsselchen« in Sage und Forschung In römischer Zeit, wo zunächst noch keltische Münzen im Geldumlauf vorkamen muß man von ihrem Zweck und ihrer Herkunft noch gewußt haben. Allen Anschein nach bedienten sich die römischen Legionen in augusteischer Zeit der keltischen Münzen als (Ersatz-) Zahlungsmittel.
Goldener 1/4 Stater der Mediomatriker Für unsere alamannischen und fränkisch / sächsischen Vorfahren dürften sie jedoch bereits vom Geheimnis umwittert gewesen sein. In Gräbern der Völkerwanderungszeit hat sich eine ganze Reihe von Keltenmünzen als Anhänger und Amulette gefunden, so ein goldener Viertelstater der früher den Mediomatrikern zugeschriebenen mittelrheinischen Prägegruppe in einem Alamannengrab von Fridingen a. d. Donau. Im Mittelalter schließlich rückte das alte Keltengold vollends ganz in die Sphäre des Märchens und der Magie. Die Goldmünzen, die bisher am häufigsten auf bayrischen Boden gefunden wurden, tragen den Namen Regenbogenschüsselchen, da man die schüsselförmigen Münzen nicht selten nach einem Gewitterregen auf dem frischgepflügten Acker in der Sonne blitzend fand. Es entstand die Legende, daß am Ende eines Regenbogens ein Topf voll Gold zu finden sei. Die Sterne und Punktgruppen, Zickzack- und Kreisbogen, Pentagramme, Dreiwirbel- und Palmettenmotive, die man auf diesen Goldstücken bestaunte, gaben der Phantasie reiche Nahrung.
Tier- und Objektdarstellungen auf keltischen Münzen und Gegenständen Dadurch beflügelt, bildete sich die Vorstellung, die Goldschüsselchen könnten dem Finder und Besitzer Glück bringen, als Heilmittel für allerlei Krankheiten dienen und insbesondere bei epileptischen Anfällen von großem Nutzen sein[5]. Besonders leicht soll es für Sonntagskinder gewesen sein, sie zu entdecken. Diese süddeutsch-schweizerischen Vorstellungen, einerseits ganz im Volkglauben verwurzelt, fanden andererseits auch in der seit der Renaissance neu aufsteigenden Wissenschaft höchst gelehrte Verfechter. Auf keine geringeren als Paracelsus führte man die Theorien über die »Apollons- oder Sonnentropfen, Sonnen- oder Regenbogensamen« zurück, wie sie der Baseler Astrologe und Alchimist Leonard Thurneisser überliefert hatte: »Sollen von Krafft der Sonnen durch Würckung influentischer natürlicher und elementischer Krafft, wann Sol die Regenbogen bescheinet, in puncto der Zusammenkunfft der radiorum Solis et Irdis gehling erschaffen und also formiert werden, und hernacher herab fallen«. Es beschäftigten sich Gelehrte und Theologen des 18. Jh. wie z.B. der Weißenburger Rektor Johann Alexander Doederlein oder Ernst Urban Keller mit den geheimnisvollen schüsselförmigen Münzen ( patellae iridis oder scutellae iridis ) und äußerten sich skeptisch bis ablehnend gegenüber der im Volk verbreiteten Auffassung, daß diese Goldmünzen über besondere Kräfte verfügten. Trotzdem gaben die schwer deutbaren Bildmotive immer wieder Anlaß zu Spekulationen über die Herkunft und die Bedeutung dieser Goldmünzen. Erst in der ersten Hälfte des 19. Jh. setzte sich allgemein die Auffassung durch, daß es sich um Münzen handeln müsse. Wegen ihrer einfachen und unverständlichen Bilder wurden sie als Münzen der Barbaren bezeichnet, zunächst aber nicht den Kelten, sondern Stämmen der Völkerwanderungszeit (Goten, Vandalen u.a.) zugewiesen. Ab der Mitte des 19. Jh. vertrat man schließlich die Ansicht, daß es sich um Münzen der Kelten handeln müsse. Die frühesten großen keltischen Goldfunde stammen aus Gaggers an der Glonn, Lkr. Dachau (1751), und Podmokl in Böhmen (1771). Von diesen keltischen Goldschätzen, die nach zeitgenössischen Angaben im Fall von Gaggers weit über 1400 Goldmünzen, im Fall von Podmokl sogar über 30 kg Gold (was ungefähr 5000 Münzen entspricht)[6] umfaßt haben sollen, sind nur wenige Stücke auf uns gekommen. Da man zum damaligen Zeitpunkt die Bedeutung dieser Stücke nicht erkannte und nur am Materialwert interessiert war, wurden beide Funde bis auf wenige Stücke eingeschmolzen und umgemünzt.
Der Schatzfund von Gaggers auf einem zeitgenössischen Flugblatt Ein ähnliches Schicksal erlitt der Schatzfund von Irsching, Lkr. Pfaffenhofen, der 1858 von Arbeitern bei der Anlage von Entwässerungsgräben entdeckt wurde und etwa tausend Stücke umfaßte. Zwar gelangte eine Auswahl von 85 Stücken an das Münzkabinett in München, aber der weitaus größte Teil wurde zum Verkauf angeboten bzw. an die königliche Prägeanstallt zum Einschmelzen abgegeben. Bevor jedoch die meisten Münzen zerstreut bzw. eingeschmolzen wurden, gelang es dem damaligen Leiter des königlichen Münzkabinettes, Franz Streber, das Material zu studieren und eine Analyse vorzunehmen. Seine Puplikation, die in zwei Sitzungsbereichen der Bayrischen Akademie der Wissenschaften erschien, war lange Zeit die wichtigste Untersuchung über die keltischen Regenbogenschüsselchen. Franz Streber schlug 1860/1862 erstmalig die Zuschreibung an die süddeutschen Keltenstämme der Vindeliker, Helvetier, Boier und Tectosagen vor, die im wesentlichen auch für uns noch maßgeblich ist. Wesentlich ist dabei der Zeitansatz. Während Streber ihre Entstehung vor dem Kimbernzug von 113 v. Chr. für erwiesen hält und an ein Datum vor 400 v. Chr. denkt, tritt Karel Castelin, der führende zeitgenössische Erforscher der mitteleuropäischen Keltenmünzen, für einen Spätansatz um 80 v. Chr. ein. In der Forschungsgeschichte wurde die Problematik der Keltenmünzen deutlich: Form, Prägetechnik, Bilder und Symbole, fehlende oder unverständliche Aufschrift, Fundstreuung, Import, Nachahmung und Ableitung, die stammesmäßige Zuordnung und vor allem die Chronologie geben noch immer Rätsel auf. In all diesen Fragen empfiehlt es sich, von den südlichen Vorbildern auszugehen und deren Grad der Stilisierung zu beachten, denn nur so hat man einigermaßen festen Grund unter den Füßen.
1.4 Darstellungen und Deutungen keltischer Münzbilder Die wichtigsten Vorbilder für die keltische Goldprägung sind die Statere der Makedonenkönige Philipp II. (359-336 v. Chr.) und seines Sohnes Alexanders der Großen (336-323 v. Chr.) mit den Köpfen der Götter Apollon und Athene auf der Vorder- und Zweigespann (Biga) bzw. geflügelter Siegesgöttin auf der Rückseite. In der Silberprägung wirken vor allem Philipps Tetradrachmen mit bärtigen Zeuskopf und einem Reiterbild (hauptsächlich in ostkeltischen Prägungen) sowie der frühe römische Denar mit dem behelmten Kopf der Roma und Reiter- oder Gespanndarstellungen (in gallischen Geprägen) weiter: Köpfe mit Kranz und Köpfe mit Helm sowie vielfältige Pferdebilder sind also die häufigsten Ausgangsmotive.
Stilisationskette des Herakleskopfes auf ostkeltischen Tetradrachmen Die ersten Imitationen verändern nur ganz vorsichtig den Stil der Vorbilder. Bei den Köpfen wird die Nase spitzer ; die Lippen schürzen, das Auge vergrößert, der Hals verbreitert sich, Kranz und Helm werden ornamentalisiert, das Spiel der Locken wird dynamischer. Auf der Rückseite wird die Nike immer vogelartiger, Kopf und Hals der Pferde krümmen sich in eigenwilliger S-Kurve, Hufe und Gelenke werden betont, der Lenker verliert an Körperlichkeit, Rad, Bodenlinie und Inschrift entwickeln ornamentales Eigenleben.
Regenbogenschüsselchen mit Vogelkopf, "Vogelkopfstater"
Die zweite Gruppe zeigt einen Blattkranz mit Kugelenden, das Augenmotiv ist in einem Vogelkopf mit gebogenen Schnabel umgestaltet worden. Die nach außen gewölbte Fläche der Regenbogenschüsselchen kann auch ganz leer, mit blanken Buckel, erscheinen, in seltenen Fällen wird das Vorderseitenmotiv als menschlicher Kopf oder als Hirschkopf gegenständlich neu gefaßt. Die Rückseiten zeigen meist den deutlich als Torques mit Kugelenden erkennbaren Bogen über sechs, bisweilen auch fünf, vier oder drei weiteren Kugeln, die pyramidenförmig im Feld angeordnet sind. Die letzteren können als ein Haufen von Goldstücken, mit dem Torques zusammen als Bild für »Hort, Reichtum, Schatzkammer« verstanden worden sein[7], denn häufig treffen wir in keltischen Schatzfunden solche Schmuckreifen mit Münzen zusammen an.
Keltischer Torques-Hort In der Gruppe mit Vogelkopf gibt es einen abweichenden Rückseitentyp mit Kreuzstern in der Mitte, drei Kugeln darunter und einer Art Palmette darüber. Hier erscheint mit ATVLL(OS) auch die einzige eindeutige Inschrift auf Regenbogenschüsselchen. Zwei ähnliche Palmetten und zwei Leiern bilden die Rückseite der Münzen mit Lockenkopf. Palmette oder Kreuzstern können schließlich auch allein das Münzbild beherrschen, die »Muschel« der böhmischen Regenbogenschüsselchen könnte letztlich die degenerierte Siegesgöttin Alexanders darstellen. Zusammengefaßt gilt für die Keltenmünzen allgemein die Ferne zu den Vorbildern, die Reduktion auf wenige formale Grundelemente und deren Arrangement zu eher abstrakten Mustern, die eine neue konkrete Deutung zulassen. Der motivarme, aber kraftvolle Ornamentstil, der stets zu einer einfachen Gegenständlichkeit tendiert, unterscheidet sich stark von den schwungvollen, oft geradezu entfesselten Phantasieprodukten der ost- und westkeltischen Münzprägung. Er zeugt von einem naturverbundenen, bodenständigen und fest in sich gegründeten Wesen der Bevölkerung: Weiter weg vom Einfluß der überlegenen Kulturen des Südens, konnte sie mehr in Ruhe zu sich selbst finden. Was die inhaltliche Deutung der erkennbaren Bilder betrifft, so herrschen die religiösen Bezüge vor.
Ausschnitt aus dem Silberkessel von Gundestrup Die meisten Motive kehren auf anderen Denkmälern der keltischen Kunst wieder, so vor allem in den Szenen des Silberkessels von Gundestrup. Die Schlange mit dem Widderkopf erscheint dort in der Hand des Gottes mit dem Hirschgeweih (Cernunnos)[8] und auch sonst mehrfach, das andere Hauptmotiv der Regenbogenschüsselchen, der Vogelkopf mit großem Auge und bogenförmig gekrümmten Schnabel, gehört zu Greifendarstellungen bei den durch ein Rad oder Rosetten charakterisierten Himmelsgöttern. Der Torques findet sich als Halsschmuck der Götterndarstellungen und zusätzlich in der Hand des Hirschgottes (Cernunnos), daneben gibt es Eber und Eberstandarten, Stiere und Pferde, also alle wichtigen Elemente unserer Keltenmünzen. Palmbaum- und Bockdarstellungen schließlich, wie sie die südhelvetischen Münzen kennzeichnen, kennen wir, meist in antithetischer Gruppe, von einer ganzen Reihe keltischer Denkmäler, so dem »Korisios-Schwert«.
Silberstater der Nordgruppe mit Punktgruppe und Triskelis im Blattkranz Der Kelte erkannte auf seinen Münzen heilige Dinge, deren Bezüge uns erst langsam deutlich werden. Es wäre aber falsch, allzu rasch hier die allertiefsten kosmischen Aussagen hineinzuinterpretieren, denn so mancher Kreuzstern mag auf das Achsenkreuz von König Philipps Wagenrad oder das Zahlzeichen X des römischen Republikdenars ( 1 Denar = X (10) Asse ), ohne schon die vier Richtungen des Weltalls zu bedeuten. Wahrscheinlich gehen sehr viele Darstellungen auf den goldenen Regenbogenschüsselchen tatsächlich auf wesentlich naheliegendere und profanere Bedeutungen wie: Wertbezeichungen, Münzstättenzeichen oder Stammessymbole zurück.
1.5 Die Funktion der Münzen Nach dem bisherigen Fundbild läßt es sich nicht recht beurteilen, warum die keltischen Münzen geprägt wurden und welchen Zweck sie dienten. Noch 1960 heißt es in der 2. Auflage der Einführung in das keltische Münzwesen von K. Pink: „Keltische Währungssysteme zu konstruieren, halte ich für abwegig“, und in dem 1980 aus dem Nachlaß herausgegebenen Werk von D. F. Allen ist zu lesen: „The likelihood is that coinage was first required for such purpose as tribute, taxes, fines, dowries and offerings, rather than for transactions in the market place“. Wenn wir nun die Einzelfunde und Münzschätze der Vergangenheit betrachten, so ist völlig klar, daß solche Gedanken als die einzig möglichen erscheinen müssen. Die Münzprägung der Kelten nördlich der Alpen begann nach den Feststellungen von H. Polenz bereits im 3. Jahrhundert, so daß sich damit im Großen zumindest zwei Abschnitte ergeben. Der erste Abschnitt wird von nur ganz spärlichem Fundmaterial beleuchtet. Belegt ist er in Süddeutschland durch frühe Nachprägungen von Philippusstateren etc., von denen u.a. die Funde von Maihingen und Söll Zeugnis geben. In dieser Frühzeit keltischer Prägungen spielten die damals gewiß seltenen, ausschließlich goldenen Gepräge keine monetäre Rolle[9]; sie haben sicher anderen Zwecken wie Abgaben, Weihungen, Opfergaben, der Thesaurierung oder ähnlichem gedient. Somit hat für diese Frühphase Allen sicherlich recht.
Keltischer Hortfund mit goldenen "Regenbogenschüsselchen" Mit der Entstehung der Oppida und dem Übergang zur Stadtkultur ändert sich die Situation jedoch grundlegend. Die Bedürfnisse der zahlreicher gewordenen, in großen Siedlungen zusammengekommenen Bevölkerung erfordern für die Abwicklung des Handels und Warenaustauschs einen Wertmesser, einen Maßstab. Als solcher kam nur die Münze in Frage, die infolgedessen immer mehr differenziert, immer mehr in Teilungen ausgebracht wurde. Aus neueren Funden ergibt sich das Bild eines Münzverkehrs, dessen differenzierte Stückelungen eine funktionierende Geldwirtschaft belegen. In Gold gibt es Statere (Regenbogenschüsselchen) und als Stückelung deren Viertel (Gew. ca. 1,8 g) und die Vierundzwanzigstel (Gew. ca. 0,3 g) sowie möglicherweise sogar noch Zweiundsiebzigstel. Bei den Silbermünzen gibt es zu den sogenannten Quinaren die Kleinsilberstücke als deren Viertel. Ob die Potinmünzen in diesem System die Rolle des Kleingeldes gespielt haben, läßt sich heute noch nicht klären. Daß bei einer so genauen Stückelung der Edelmetallgepräge auch ein bestimmtes Verhältnis von Gold und Silber bestanden hat, ist mit Sicherheit anzunehmen, doch gibt es bis jetzt für dessen Berechnung keine verläßlichen Anhaltspunkte. Nach D. Mannsperger existierte vielleicht ein Gold-Silberverhältnis von 1 : 25. Wenn auch die Funde keltischer Münzen über einen großen Raum streuen, so kann daraus nicht gefolgert werden, daß die funktionierende Geldwirtschaft gleichmäßig alle Teile des Landes und alle Bereiche der Wirtschaft erfaßt hätte. Die Rolle der keltischen Münzen war in den großen und kleinen Zentren und entlang der wichtigsten Handelswege sicher eine andere als im wenig besiedelten flachen Land, wo Naturalwirtschaft und Tauschverkehr dominierend blieben. Auf dem Gebiet des heutigen Bayern erreichte der keltische Münzumlauf seine größte Intensität und Vielschichtigkeit in den Landstrichen beiderseits der Donau und nördlich davon bis etwa zum Main, wobei die Funddichte vom Osten nach Westen zunimmt. In diesem Bereich liegen nicht nur das Oppidum von Manching und die Siedlung von Pollanten, sondern auch die Fundstellen der großen Schätze von Irsching, Großbissendorf und Neuses. In diese Gegend fällt auch das hauptsächliche Umlaufgebiet der Büschelquinare, die südlich davon nur ganz vereinzelt vorkommen.
Keltische Münzstätten (gesichert und
vermutet) und Münzschatzfunde in Südbayern. Ähnliches gilt beim Gold auch für die Verbreitung der sogenannten glatten Regenbogenschüsselchen sowohl als Vollstatere als vor allem auch für die Viertelstatere. Für die klassischen Regenbogenschüsselchen (Typ Manching I-IV) gilt eine solche Eingrenzung nicht; sie streuen auch südlich der Donau bis zu den Alpen, ebenso nördlich des Flusses. Damit schneidet sich diese Münzgruppe, die neben Böhmen die reichste Goldprägung Mitteleuropas darstellt, zunächst von den vorher erwähnten Typen. Daß die Vierundzwanzigstel-statere sich auf die Süddonaulande beschränken, scheint weniger auf einer Forschungslücke zu beruhen, als darauf, daß diese Stücke den Auftakt des entwickelten Geldverkehrs bilden, also zu einer Zeit geprägt wurden, zu der der Geldumlauf Nordbayern noch nicht erfaßt hatte. Da nun die süddeutsche Goldprägung an Regenbogenschüsselchen eine besonders reiche war, wird allein sie primär für andere Zwecke als denen des Münzverkehrs des Alltags bestimmt gewesen sein. In Frage kommen hier Thesaurierung, Schatzbildung und Weihung, was auch die großen Funde von Irsching, Großbissendorf, Sontheim und Gaggers nahelegen. Es wird wohl außer diesen noch weitere gegeben haben, von denen wir momentan jedoch noch zu wenig oder gar nichts wissen. Die Fundorte Westerhofen, Beilngries, Polling, Saulgrub, Passau-Kohlbruck könnten u.a. hier einschlägig sein.
1.6 Die Nominale Der imitative Charakter von keltischen Münzen äußert sich nicht nur in der Übernahme von Bildmotiven, sondern auch in der Angleichung an den Gewichtsstandart griechischer und römischer Münzen. Man verwendet deshalb, da die keltischen Bezeichnungen für die unterschiedlichen Münzsorten nicht bekannt sind und um eine leichtere Unterscheidung zwischen den verschiedenen Größen zu ermöglichen, die griechischen und römischen Münzbezeichnungen. Beim Gold werden die Begriffe Stater (in Anlehnung an den Goldstater Philipps II.) und die dazugehörigen Teilstücke, beim Silber die makedonische Tetradrachme (mit den Teilstücken von Drachme und Obol) sowie der römische Quinar verwendet. Über die Bezeichnungen von Bronzelegierungen weiß man nichts, so daß man hier nur zwischen Groß- und Kleinbronzen und Potin unterscheiden kann. Auch die Frage nach den Wertverhältnissen verschiedener Münznominale bleibt aufgrund der schlechten Quellenlage offen, wenngleich zumindest die sehr exakte und kleinteilige Stückelung der Goldnominale keinen Zweifel daran läßt, daß auch kleine und kleinste Münzen einen erheblichen Wert repräsentiert haben. Die in Tabelle 1 notierten Gewichtswerte markieren die mögliche Spannbreite für die bisher bekannten Nominale und gelten für die gesamte Zeitspanne der keltischen Münzprägung[10]. Innerhalb dieses Zeitrahmens läßt sich bei den Edelmetallprägungen ein Gewichtsabfall feststellen, der jedoch von Region zu Region verschieden und in unterschiedlicher Geschwindigkeit erfolgt, so daß die Gewichtsdaten nur als ungefähre Anhaltswerte angesehen werden dürfen.
Tabelle 1: Nominale Gold, Silber und Bronzelegierungen in
Mitteleuropa
1.7 Die Herstellung der keltischen Münzen Über das Verfahren der Herstellung von keltischen Münzen wurde in den vergangenen Jahrzehnten intensiv diskutiert. Die zahlreichen Funde der sogenannten Tüpfelplatten (auch: Fingertupfenplatten) aus dem Oppidum von Manching, aber auch aus anderen latènezeitlichen Siedlungen haben gezeigt, daß Tonplatten mit relativ gleichmäßigen, muldenförmigen Vertiefungen (vermutlich mit den Fingerkuppen eingedrückt) dazu verwendet wurden, den Schrötlingen eine einheitliche Form zu verleihen. Tonplatten mit Fingertupfen, sog. "Tüpfelplatten" aus dem Oppidum von Manching Die von Karel Castelin vertretende Ansicht, daß das Rohmaterial in die Vertiefungen eingefüllt und anschließend unter Verwendung von Holzkohle und eines Blasrohres zusammengeschmolzen wurde, findet heute immer weniger Befürworter, denn das sicher sehr kleinteilige Material wäre nach diesem Verfahren durch den Luftdruck zweifellos aus den Vertiefungen herrausgeblasen worden. Zudem hätte man damit kaum die notwendigen Temperaturen erzielen können, um ein gänzlich geschmolzenes Metallstück zu erhalten. Des weiteren wäre diese Vorgehensweise auch noch äußerst zeitaufwendig, denn jede einzelne Vertiefung hätte gesondert erschmolzen werden müssen. Eine relativ einfache Methode der Schrötlingsherstellung dürfte hingegen im Einfüllen des Rohmaterials in Tüpfelplatten nach vorausgehendem Abwiegen bestanden haben, wobei man die Tonplatten anschließend mit Holzkohle abdeckte und das ganze durch reichliche Wärmezufuhr bis zum Schmelzpunkt brachte. Bei diesem Vorgang wurde nur oberhalb der Tüpfelplatten die hohe Schmelztemperatur von 1000 °C erreicht. In dem mittleren und unteren Niveau der Platten entstanden nur Temperaturen zwischen 400 und 800 °C [11]. Ein Justieren, d.h. ein Nachwiegen und Befeilen des Schrötlings erfolgte, falls notwendig, nach dem Schrötlingsguß. Für das Abwiegen von Rohmaterial oder Schrötlingen sprechen die hinreichend bezeugten keltischen Feinwaagen aus den latènezeitlichen Siedlungen, die wohl vornehmlich für diesen Zweck Verwendung fanden. Für die Herstellung von sehr kleinen Schrötlingen könnte man jedoch auch annehmen, daß Goldkügelchen in Tropfenform hergestellt wurden, wobei diesen anschließend durch Breithämmern und Rundfeilen eine schrötlingsähnliche Gestalt verliehen wurde. Belege für diese Vorgehensweise gibt es aus der Latènesiedlung von Stöffling. Nachdem die zusammengeschmolzenen Schrötlinge aus den Tüpfelplatten - wahrscheinlich noch in warmen Zustand - herausgenommen worden waren, prägte man sie. Mit zunehmenden Erkalten wurde das Material allerdings spröde, und gerade bei den großen und meist dicken Goldschrötlingen für die Regenbogenschüsselchen entstanden durch den Prägevorgang manchmal breite und tiefe Risse an den Rändern und auf den Vorderseiten der Münzen. Die Entstehung von Rissen könnte aber möglicherweise auch auf eine schlechtere Legierung hinweisen, da sich stärker silberhaltige Goldmünzen schlechter verformen lassen als hochwertige Goldmünzen. Die Prägung erfolgte mit einem freigeführten Oberstempel (=Rückseite der Münze) auf einem in einen Block eingelassenen Unterseitenstempel (=Vorderseite der Münze), wobei der Schrötling auf den Unterseitenstempel gelegt wurde und mit Hilfe eines Hammerschlages auf den Oberseitenstempel beide Münzseiten zugleich mit den Bildern versehen wurden.
Über die zur Verwendung gelangte Art von Münzstempeln gibt eine in der Helvetierstadt Avenches (Aventicum) gefundene Münzmatrize erwünschten Aufschluß[12]. Diese besteht aus einer starken Eisenhülle, in welche leicht vertieft das Bronzenegativ einer Münzvorderseite eingelassen ist. Auf diese wurde der Schrötling gelegt, dann darauf ein Prägestempel gesetzt, in dessen untere Fläche das Negativ der Münzrückseite graviert war. Für die Prägestempel ist ein starker Verschleiß mit häufigen Nach- und Umschneiden der Bilder anzunehmen. Die im Mittelmeerraum zugrundegelegte durchschnittliche Schlagzahl von 10000 Münzen pro Stempel dürfte von den Kelten nicht erreicht worden sein, und die ständige Korrektur der Stempel hat zu einer starken, rein mechanischen Verwilderung und Entstellung, bis hin zum Verschwinden der Darstellungen auf den Münzen geführt. Die Funde von Münzstempeln aus latènezeitlichen Siedlungen zeugen von lokaler Münzprägung, was sich durch das Vorhandensein von Schrötlingen und Tüpfelplatten noch erhärten läßt.
Keltischer Münzprägestempel für helvetische
Elektrumstater, Neben der Herstellung von Gold- und Silbermünzen, die ausschließlich geprägt wurden, wurden Kupfermünzen nicht nur geprägt, sondern auch mit starken Zinnzusatz (Potin) gegossen. Dieses Verfahren erfolgte nach der Methode des Zweischalengusses; In der Gußform waren Vertiefungen mit dem Bildmotiv in einer Reihe angeordnet und durch Stege verbunden um eine Massenproduktion zu gewährleisten. Das flüssige Metall wurde in zwei aneinandergepreßte Halbschalen an einer Stelle eingefüllt und nach anschließendem Erkalten die fertigen Münzen herausgenommen. Da diese Münzen noch durch Gußkanäle miteinander verbunden waren, mußten sie voneinander getrennt werden. Meist brach man sie einfach ab, was sich an zahlreichen Exemplaren noch gut nachweisen läßt, da man die verbleibenden Gußzapfen, Ecken und Kanten nicht regelmäßig von den Münzen entfernte. Ein Licht auf antike Münzmanipulation werfen die an einigen Stücken aus Gold oder Silber festgestellten »Fütterungen« ( subaeraten ) aus Bronze und Kupfer oder Blei, die auch häufig bei griechischen oder römischen Münzfälschungen zu finden sind.
1.8 Die Prägestätten und die münzprägenden, keltischen Stämme In der Literatur wurde immer wieder der Versuch unternommen, Münztypen bestimmten keltischen Stämmen zuzuordnen (de La Tour 1991 / Forrer 1968). Obwohl man gerade in Gallien (Scheers 1983) und Britannien (van Arsdell 1989) eine relativ große Zahl von Stammesnamen kennt, ist die Lokalisierung und Ausdehnung der zugehörigen Territorien schwierig, und man wird die Häufung von bestimmten Münztypen nicht vorbehaltlos mit einem Stammesgebiet verbinden dürfen. Zudem sind die Bildmotive und Legenden auf den Münzen wenig auskunktsfreudig und bestimmte Typen nicht nur in einer ganz bestimmten Region anzutreffen, sondern manche können auch über eine größere Fundregion streuen. Ein Grund dafür kann zunächst die unterschiedliche Erforschung der einzelnen Regionen sein, doch zeigen die bisher vorgelegten Verbreitungskarten von Münztypen noch keine eindeutigen Schwerpunkte, die als repräsentativ erachtet werden können.
Oppida und Münzstätten in Mitteleuropa im 2. und 1. Jh.v.Chr. In einigen Fällen wurden Münzen sogar über sehr weite Strecken transportiert. So finden sich etwa süddeutsche Goldmünzen an der französischen Atlantikküste, im Rheinland, in Oberitalien und Böhmen, ostkeltische Münzen hingegen in Süddeutschland oder auch nordgallische Potinmünzen in Böhmen. Vor kurzem fand man bei Ausgrabungen auf Sizilien sogar eine süddeutsche Kleingoldmünze. Über den Personenkreis, der befugt war, Münzen zu prägen, wissen wir nach wie vor sehr wenig, wenngleich man davon ausgehen kann, daß dafür sicherlich nur solche Personen in Betracht kamen, die über den Zugriff auf genügend Rohmaterial verfügten. Auf gallischen Münzen finden wir beispielsweise die Namen von Königen, Fürsten und Adeligen, die uns durch Caesars commentarii de bello Gallico überliefert sind. Man darf mit guten Gründen annehmen, daß sie auch die Prägung von Münzen veranlaßten. Gleiches gilt ganz offensichtlich auch für die norische und pannonische Gorßsilberprägung, die auf den Rückseiten über Namensabkürzungen verfügen. Insgesamt scheint das Anbringen von Namenslegenden jedoch eher typisch für die ausgehende Spätlatènezeit zu sein, während die Münzen in der Zeit vom Ende des 3. Jh. bis ungefähr Ende des 2. Jh. v. Chr. über so gut wie keine Legenden verfügen. Mit der Frage nach den Prägeherren eng verbunden ist die nach der Prägestätte. Hier gilt es vor allem auch auf die Diskrepanz zwischen den bereits nachgewiesenen Prägeorten (Belege z.B. durch Funde von Tüpfelplatten, Feinwaagen und Münzstempel) und den Fundorten von großen Münzschätzen hinzuweisen, die bisher überwiegend in einiger Entfernung von den Oppida und Siedlungen entdeckt wurden. Man kann dies als Hinweis verstehen, daß es einige wenige zentrale Prägestätten gab, in denen Goldmünzen geprägt wurden, von denen sie an verschiedene Orte und in die Depots gelangten. Die stadtartigen Anlagen der Oppida sind schon deshalb als Zentren der Münzprägung und des Geldumlaufs prädestiniert, da sie, wie das Münzwesen als solches, Entlehnung und Nachahmung der gleichartigen Einrichtungen des Mittelmeerraumes sind und entsprechende Veränderungen nach sich gezogen haben. Sowohl die weitgestreuten Funde, wie auch die zunehmende Ausprägung kleinerer Werte wie der Viertelstatere beweisen, daß sich soziale und wirtschaftliche Veränderungen vollzogen haben, die das Geld in den täglichen Gebrauch auch weiterer Bevölkerungsschichten bringen. Im bayrischen Raum gab es mehrere Prägestätten, von denen Manching sicherlich einer der bedeutendsten war. Die hohe Zahl von Schrötlingsformen aus dem Bereich des Oppidums unterstreicht dies. Neben diesen vielen Belegstücken gibt es noch Schrötlingsformen und Münzstempel von anderen latènezeitlichen Siedlungsplätzen, etwa Kelheim, Karlstein, Stöffling und vom Staffelberg.
1.9 Anfang und Ende der keltischen Münzprägung
Tabelle 2: Zeittafel mit ausgewählten Daten zur
Geschichte Die keltische Numismatik läuft heute in Gefahr, durch den Systemzwang einseitiger Methoden, wie der Datierung nach abnehmenden Münzgewichten und Feingehalten, und scheinbar feststehender Einzeldatierungen, die oft im Zirkelschluß auseinander abgeleitet werden, die Stimmigkeit des Gesamtbildes zu vernachlässigen. Allein feststehend sind nach wie vor die Prägedaten der griechischen und römischen Vorbilder. Deren wichtigste fallen ins 4. Jahrhundert v. Chr., also genau in die Phase der großen Keltenzüge nach Süden, zwischen der Eroberung Roms 387 und der Bedrohung Delphis 278 v. Chr.. Ihren Niederschlag finden wir in den spärlichen importierten Originalen und frühen Nachahmungen, die sicher schon im 3. Jahrhundert beginnen. Die keltische Verwicklung in den Hannibalzug mag sich in der Münze von Giengen a. d. Brenz andeuten. Nach der endgültigen Unterbindung der keltischen Expansion folgt im 2. Jahrhundert zunächst eine Zeit der Konsolidierung und ruhigen Verarbeitung der griechischen Einflüsse, verbunden mit dem Aufstieg von Wirtschaft und Handel, und numismatisch faßbar in der Gruppe der Regenbogenschüsselchen und der ersten Silberprägungen.
Geographische Übersicht über die Stämme Galliens Diese Epoche stabiler, blühender Verhältnisse endet in einem Schatzfundhorizont, der von intensiver militärischer Bedrohung durch ins Land selbst eingedrungene Gegner zeugt. Der zweimalige Durchzug der Kimbern und Teutonen zwischen 113 und 101 v. Chr. und das Vordringen der Sweben unter Ariovist seit den siebziger Jahren des 1. Jahrhunderts v. Chr. bezeichnen diese Phase. Mit dem Ereignis läßt sich eine Fundgruppe von über 50 süddeutschen Regenbogenschüsselchen verbinden, die nordwestlich von Vercelli in Oberitalien zutage kam, also gerade dort, wo Marius 101 die Kimbern besiegte. Nicht weniger als 35 dieser Münzen sind von dem Typ, der auch im Umkreis des Heidengrabens dominiert, eine davon trägt wiederum die Aufschrift ATVLLOS, in der wir vielleicht sogar den Namen des Herrn von Grabenstetten erblicken dürfen. Teile der Helvetier hatten sich dem Zug der Kimbern angeschlossen und die für keltische Münzen auch sonst außergewöhnliche Verbreitung der Regenbogenschüsselchen bis zur Garonnemündung, ins Rhonedelta und zum Niederrhein wurde schon früher mit diesen Bewegungen in Beziehung gesetzt. Der Schatzfund von Wasseralfingen hingegen scheint in die Zeit des Swebeneinbruchs zu deuten, denn die Schlußmünze geht auf römische Vorbilder zurück, die zwischen 80 und 70 v. Chr. geprägt wurden und die mitgefundenen Fibeln weisen in die Saalegegend. Der Zug der Helvetier nach Gallien im Jahre 58 v. Chr. richtete sich ins Gebiet der Lemoviker und die drei in Baden-Württemberg gefundenen Lemoviker-Quinare könnten die Wahl dieses Ziels mit früheren Beziehungen verständlicher machen. Das Eingreifen Caesars in Gallien brachte mit der Zurückdrängung Ariovists und der Rücksiedlung der Helvetier keine eigentliche Beruhigung, aber auch nicht die unmittelbare militärische Bedrohung, die das Verschwinden des Goldes und die Schatzfunde zwingend erst auf diesen Zeitpunkt festlegen würde. Allerdings konnte sich im Vorfeld und Einflußgebiet des römischen Imperiums kein solides eigenes Geldwesen mehr entwickeln. Lange Zeit herrschte in der numismatischen Forschung die Meinung vor, daß spätestens mit dem Voralpenfeldzug des Augustus im Jahre 15 v. Chr. das Ende der keltischen Münzprägung erreicht war. Die Untersuchungen im Oppidum von Manching lassen allerdings vermuten, daß schon mit dem Ende der Oppidazivilisation am Ende der Stufe LTD 1, als vielleicht um 50/30 v. Chr., die Münzprägung ihren Abschluß findet.
Zeitliche Einstufung ausgewählter Gold-, Silber-
und Potinmünzen. Dies mag für den süddeutschen Raum zutreffen, ist jedoch sicherlich nicht auf alle Regionen Mitteleuropas übertragbar. Neue Forschungen von Robert Göbl für Noricum zeigen deutlich, daß es eine sogenannte postnorische Prägung gab, die in einigen Höhensiedlungen, wie z.B. auf dem Oberleiserberg, dem Magdalensberg oder in Karlstein über den Alpenfeldzug hinaus fortgesetzt wurde (Göbl 1989). Ihr Ende finden diese späten keltischen Prägungen wahrscheinlich erst unter Kaiser Claudius, also zu dem Zeitpunkt, an dem Noricum der römischen Administration unterstellt wurde. Auch Ausgrabungen in den frührömischen Militärlagern des Rheinlandes erbrachten Hinweise, daß die keltische Bevölkerung oder die Hilfstruppen, die sich aus Soldaten keltischer Herkunft rekrutierten, noch eine Zeitlang späte einheimische Prägungen benutzten. Die Verwendung und Akzeptanz dieser Münzen dürfte jedoch in dem Maße geschwunden sein, in dem sich die römische Münze Geltung verschaffte[13].
2. Die Verbreitung der keltischen Regenbogenschüsselchen 2.1 Die großen Funde keltischer Regenbogenschüsselchen Die Münzfunde des 18. und 19. Jh. wurden entweder zerstreut, eingeschmolzen oder existieren nur noch als unbedeutende Fundreste in öffentlichen Museen und Sammlungen. Eine Auswertung ist nach modernen Untersuchungsmethoden somit leider ausgeschlossen. Um so wichtiger ist die Erhaltung geschlossener Fundkomplexe, weil der Vergleich von vielen Münzfunden untereinander inhaltliche Verbindungen nach ihren Typen und Varianten aufzeigt, die für die weitere Erforschung von erheblichen Belang sind.
6 Rolltier- und Vogelkopf Goldstatere Im März des Jahres 1880 wurde S von Amöneburg-Mardorf, Kreis Marburg an einem Hang des »Goldberges«, ca 80 m von einer Quelle entfernt der größte spätkeltische Münzschatzfund Hessens geborgen. Es wird von etwa 200, meist Goldmünzen berichtet, von denen nur noch ein Drittel erhalten blieb. Weitere Münzen von Mardorf, die früher (vor 1804) oder später auftauchen, können ebenfalls dieser Fundstelle zugerechnet werden. Am häufigsten sind die Regenbogenschüssel-Statere mit Vogelkopf mit Strichzeichen (Typ Forrer 399, Typ Manching II), die Dreiwirbelstatere (Typ Forrer 399, Typ Manching IX), die »vindelikischen« Rolltierstatere (Typ Forrer 396, Typ Manching I). Zugerechnet werden 4 Silbermünzen vom Typ Forrer 352, dessen Verbreitungsschwerpunkt am Untermain und in der Wetterau liegt[16].
Corio Goldstater Im Jahre 1907 kam der große Schatzfund von Bochum mit 538 Regenbogenschüsselchen mit Triskelis vom Typ IX zutage. Der größte Teil dieser Münzen besteht aus relativ geringhaltigem Silber (Billon) oder aus Bronze, die auf den Vorder- und Rückseiten meist Beizeichen tragen. Obwohl seit Mitte der 50er Jahre systematische Ausgrabungen im Oppidum von Manching durchgeführt wurden und man sich dadurch einen deutlichen Zuwachs von Münzen erhoffte, hat sich die Zahl der keltischen Münzen insgesamt zwar erhöht, aber die der Goldmünzen blieb bis heute gering. So mußte man sich mit Äußerungen über die Rolle des keltischen Goldes lange Zeit in Zurückhaltung üben, denn das zur Verfügung stehende Material reichte zu weitreichenden Überlegungen nicht aus. Die Reihe der großen Schatzfunde wurde mit der Entdeckung des über 400 Silbermünzen umfassenden Fundes von Neuses, Lkr. Forchheim, im Jahre 1976 eröffnet, der u.a. auch vier Regenbogenschüsselchen-Statere enthielt. Damals glaubte man, dies würde der einzige spektakuläre Fund unseres Jahrhunderts bleiben, denn die Entdeckung des letzten großen Münzfundes lag immerhin 120 Jahre zurück. Genau zehn Jahre später wurde ein zweiter Münzfund bekannt, der diesmal nicht Silbermünzen, sondern ausschließlich Goldstücke enthielt. Er wurde Ende des Jahres 1986 von Besitzern eines privat genutzten Freizeitgeländes in Großbissendorf, Lkr. Neumarkt in der Oberpfalz, entdeckt. Der Münzfund umfaßt heute 386 Stücke und zählt nicht nur zu den größten, sondern auch bedeutendsten keltischen Goldschätzen von bayerischem Boden. Es handelt sich um einen Mischfund, der etwa zu neun Zehnteln aus süddeutschen Regenbogenschüsselchen-Stateren und Viertelstateren besteht. Das restliche Zehntel entfällt auf böhmische Goldstatere und Drittelstatere.
Dobunni Goldstater Ein ähnlich großer Fund wurde bereits ein Jahr später in Wallersdorf, Lkr. Dingolfing-Landau, entdeckt, der mit 366 glatten Regenbogenschüsselchen, einem Viertelstater und einem böhmischen Goldstater unser Fundbild über die keltischen Goldprägungen in hervorragender Weise ergänzt hat. Im Frühjahr 1990 wurde ein weiterer Fundkomplex bekannt, der aus dem Ammerseegebiet stammt und mit etwa zwei Dutzend Stücken wohl eher zu den mittelgroßen bzw. kleinen Münzdepots zu zählen ist. Es steht allerdings nicht fest, ob alle Stücke erfaßt wurden. Den Höhepunkt bildet der Schatzfund von Sontheim aus dem Unterallgäu vom Frühsommer des Jahres 1990[17], der ursprünglich mindestens 351 Regenbogenschüsselchen umfaßte. Ob diese Münzen in einem Gefäß lagen, ist nicht bekannt.
Tabelle 3: Regenbogenschüsselchen-Typen in großen Schatzfunden (nach: B. Ziegaus, 1993)
2.2 Die Streuung der schüsselförmigen Goldstatere Die Streuung der keltischen Schüsselmünzen führt sowohl nach Raetien, als auch nach West- und Süddeutschland und in die Westschweiz. Der Weg den sie genommen haben, ist durch die Funde gekennzeichnet. Er führt die Donau aufwärts, von da links und rechts an den Rhein und dort südwärts in die Schweiz, nordwärts nach dem Unterrhein.
Billonstater der Coriosolites Den Keim legten wohl die goldreichen Boier, als sie von den um 80 v. Chr. in Böhmen eingefallenen Markomannen nach Südwesten gedrängt wurden und ein Teil nach Noricum vorstieß, der andere Teil nach Süddeutschland vordrang, dann mit den Helvetiern vereint südwärts nach Gallien zog. Diese Völker haben wahrscheinlich nicht nur in ihren festen Wohnsitzen, sondern auch auf ihren oft jahrelangen Wanderungen gemünzt[18]. Ihre Geldstücke sind also nicht immer nur Importstücke, sondern sehr oft im fremden Land entstandene Fremdlinge. Für das Oberrheingebiet und speziell für die Schweiz liegen die Verhältnisse besonders kompliziert. Dort ist mit Boierschüsselmünzen, welche aus dem Boierlande durch Handel dorthin gelangt sind, mit verwandten raetischen Schüsselmünzen, welche aus Raetien über Graubünden in die Westschweiz gelangten, mit Schüsselmünzen, welche während des Boierzuges in Süddeutschland und in der Schweiz von Boiern geprägt wurden und mit Schüsselmünzen, welche in Germanien und in Helvetien durch die dort seßhaften Germanen, Kelto-Germanen und Helvetier in Anlehnung an die boischen Goldschüsselchen geprägt worden sind, zu rechnen. In Baden-Württemberg tauchen die Regenbogenschüsselchen recht unvermittelt und ohne eigentliche Zwischenglieder in reicher Streuung östlich des Schwarzwaldes, mit Zentren auf der Schwäbischen Alb und im Hohenloher Land, nach Süden hin deutlich spärlicher werdend, bis hin zu ihrem völligen Fehlen im Münzbestand von Altenburg. Die Beziehungen weisen also deutlich nach Norden und Osten; in Hessen und Bayern kamen auch die bedeutendsten einschlägigen Schatzfunde zutage. Bei aller Vielfalt der Typen zeigt dieses klar gegliederte Münzsystem von Ganz- und Viertelstateren eine bemerkenswerte Einheitlichkeit der Prägetechnik, des Gewichts von rund 7,5 g für den Stater (d.h. Einheitsstück) und 1,8 g für den Viertelstater sowie der Legierung mit etwa 66 % Gold, 25 % Silber und 8 % Kupfer. In Spuren kommen oft Platin und meist Zinn vor, was ein Anzeichen für die Verarbeitung von Rheingold[19] sein kann, aber nicht unbedingt sein muß. Annähernd die gleiche Zusammensetzung zeigten die Metallreste aus den in Manching bei Ingolstadt ausgegrabenen Münzschmelzformen, während ähnliche »Tüpfelplatten« aus dem Oppidum von Altenburg nur Zinnspuren ergeben haben. Die glatten Regenbogenschüsselchen könnten nach der Fundstreuung in Finsterlohr (Stadt Creglingen), der Typ mit Kreuzstern und Palmette im Heidengraben bei Grabstetten geprägt sein, während im Osten und Norden Manching und die Amöneburg als wahrscheinliche Münzstätten zu nennen sind. Goldmünzen mit einem Vogelkopf und Kranz auf der Vorderseite, Torques, fünf Kugeln und Strichzeichen auf der Rückseite (Typ Manching II/III) kennzeichnen die sogenannten Vogelkopfstatere vom Typ Forrer 398. Sie kommen am häufigsten - auch stempelgleich - im Fund von Madorf[20] vor. Ihre Vergleichsfunde konzentrieren sich in Mittel-, Ost- und Nordhessen sowie im Maintal; ein zweiter Schwerpunkt liegt im »vindelikischen« Gebiet zwischen Bodensee, Donau und Isar, überraschenderweise fehlen sie bisher im dortigen Zentraloppidum Manching. Eine Prägung unweit der hessischen Fundorte, wegen des Fundschwerpunktes Mardorf wahrscheinlich auf der Amöneburg, liegt nahe. Möglicherweise gilt dies auch für die sogenannten Dreiwirbelstatere (Triskelis) vom Typ Forrer 399 (Typ Manching IX), die gleichfalls diese Verbindung nach Südbayern aufzeigen. Ihre unedleren Ausführungen[21] sind in mehreren Stücken auf dem Dünsberg, am Mittel- und Niederrhein sowie in Westfalen entlang der Lippe bis nach Hannover zu finden, während die in Hessen seltenen »vindelikischen« Rolltierstatere (Typ Forrer 396, Typ Manching I) wohl südbayrische Fremdstücke und ein geviertelter glatter Goldstater als württembergisch (»nordhelvetisch«) angesehen wird. Ein Depotfund von neun Stateren und drei Viertelstateren ungeprägter Regenbogenschüsselchen soll von der Altenhöfe stammen, einem Teilbezirk des Heidetränktal-Oppidums.
Regenbogenschüsselchen mit "Rolltier" Für die geschlossene, nach Norden und Osten ausgerichtete Gruppe der Regenbogenschüsselchen müßte man dann eine ursprüngliche keltische Wirtschaftsgemeinschaft von Vindelikern und Nordhelvetiern und vielleicht auch noch Tektosagen und Boiern annehmen. Projektarbeit: Uni Bochum, realisiert durch Andreas Ernst Bergkamen Literaturnachweis: K. Bittel, W. Kimmig, S. Schick (Hrsg.), Die Kelten in Baden-Württemberg. (Stuttgart 1981) K. Castelin, Keltische Münzen. Katalog der Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums Zürich. Band I (Stäfa 1978) K. Castelin, Keltische Münzen. Katalog der Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums Zürich. Band II, Kommentar (Bern 1985) K. Castelin, Die Goldprägung der Kelten in den böhmischen Ländern. (Graz 1965) K. Christ, Ergebnisse und Probleme der keltischen Numismatik und Geldgeschichte, in: Historia VI, 2, 1957 H. Dannheimer, R. Gebhard (Hrsg.), Das keltische Jahrtausend. (Mainz 1993) R. Forrer, Keltische Numismatik der Rhein- und Donaulande, Bd. 1, (Straßburg 1908, Nachdruck Graz 1968); Bd. 2 (Supplement), (Graz 1969), hg. v. K. Castelin R. Göbl, Typologie und Chronologie der keltischen Münzprägung in Noricum. (Wien 1973) F.R. Herrmann, A. Jockenhövel (Hrsg.), Die Vorgeschichte Hessens. (Stuttgart 1990) H.J. Kellner, Die Münzfunde von Manching und die keltischen Fundmünzen aus Südbayern. Die Ausgrabungen von Manching. Bd. 12, (Stuttgart 1990) R.P. Mack, The coinage of ancient Britain. (London 1953) J. Moreau, Die Welt der Kelten. Große Kulturen der Frühzeit. 3. Auflage, (Stuttgart 1961) G. Morteani, J.P. Northover (Hrsg.), Prehistoric gold in europe. Mines, metallurgy and manufacture. NATO ASI SERIES (1995) B. Overbeck, Münzen der Kelten. Katalog zur Austellung der staatlichen Münzsammlung München. (Münster 1981) B. Overbeck, Die Welt der Kelten im Spiegel der Münzen. (München 1979) R. Paulsen, Die Münzprägungen der Boier. (Wien 1933) K. Pink, Die Münzprägungen der Ostkelten und ihrer Nachbarn. (Budapest 1939) K. Pink, Einführung in die keltische Münzkunde mit besonderer Berücksichtigung Österreichs. Archaeologia Austriaca, Beiheft 4, Wien 1950; 2. Aufl. Wien 1960; 3. Aufl. Wien 1974, erweitert hg. von R. Göbl F. Streber, Über die sogenannten Regenbogen-Schüsselchen, Abhandlungen der k. Bayer. Akademie der Wissenschaften, I. CI., X. Bd., 1. Abth., München 1860, und 3. Abth., München 1862 B. Ziegaus, Der Münzfund von Sontheim. Ausstellungskataloge der prähistorischen Staatssammlung. Bd. 24 (München 1993) [1]J. Waldhäuser, Celtic gold in bohemia, in: G. Morteani, J.P. Northover (Hrsg.), Prehistoric gold in Europe. Mines, metallurgy and manufacture. NATO ASI SERIES (1995) [2]J. Moreau, Die Welt der Kelten. Große Kulturen der Frühzeit. 3. Auflage, (Stuttgart 1961) [3] K. Bittel, W. Kimmig, S. Schick (Hrsg.), Die Kelten in Baden-Württemberg. (Stuttgart 1981) 228 ff [5] B. Ziegaus, Der Münzfund von Sontheim. Ausstellungskataloge der prähistorischen Staatssammlung. Bd. 24 (München 1993) [6] B. Ziegaus, New aspekts on Celtic coin hoards in southern Germany, in: G. Morteani, J.P. Northover (Hrsg.), Prehistoric gold in Europe. Mines, metallurgy and manufacture. NATO ASI SERIES (1995) [7]K. Bittel, W. Kimmig, S. Schick (Hrsg.), Die Kelten in Baden-Württemberg. (Stuttgart 1981) 228 ff [8]Diese Gottheit ziert wahrscheinlich auch die Rückseite, der früher den Vagionen zugewiesen, Quinaren mit dem „tanzenden Männlein“. [9]H.J. Kellner, Die Münzfunde von Manching und die keltischen Fundmünzen aus Südbayern. Die Ausgrabungen von Manching. Bd. 12, (Stuttgart 1990) 14ff [10]H. Dannheimer, R. Gebhard (Hrsg.), Das keltische Jahrtausend. (Mainz 1993) 220ff [11]R. Gebhard, C. Raub, F.E. Wagner, Coin moulds and other ceramic material: A key to celtic precious metal working, in: G. Morteani, J.P. Northover (Hrsg.), Prehistoric gold in Europe. Mines, metallurgy and manufacture. NATO ASI SERIES (1995) [12]R. Forrer, Keltische Numismatik der Rhein- und Donaulande, Bd. 1, (Straßburg 1908); Bd. 2 (Supplement), (Graz 1969), hg. v. K. Castelin [13]H. Dannheimer, R. Gebhard (Hrsg.), Das keltische Jahrtausend. (Mainz 1993) 220ff [14]Nach: H.J. Kellner, Die Münzfunde von Manching und die keltischen Fundmünzen aus Südbayern. Die Ausgrabungen von Manching. Bd. 12, (Stuttgart 1990) [15]Nach: K. Castelin, Keltische Münzen. Katalog der Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums Zürich. Band I (Stäfa 1978) [16]F.R. Herrmann, A. Jockenhövel (Hrsg.), Die Vorgeschichte Hessens. (Stuttgart 1990) 310 f [17]B. Ziegaus, Der Münzfund von Sontheim. Ausstellungskataloge der prähistorischen Staatssammlung. Bd. 24 (München 1993) [18]R. Forrer, Keltische Numismatik der Rhein- und Donaulande, Bd. 1, (Straßburg 1908) [19]K. Bittel, W. Kimmig, S. Schick (Hrsg.), Die Kelten in Baden-Württemberg. (Stuttgart 1981) 228 ff [20]F.R. Herrmann, A. Jockenhövel (Hrsg.), Die Vorgeschichte Hessens. (Stuttgart 1990) 292ff [21]Diese sind wahrscheinlich auch, bei einem wesentlich geringeren Gewicht, die jüngeren Typen. Sie kommen in relativ guthaltigem Elektron, in reinem Silber, in Potin (mit leichtem Gold- und Silberanteil) sowie in Billon und in Bronze (Typ Forrer 21, Typ Castelin 1097-1101) vor und tragen häufig Beizeichen auf der Vorder- und Rückseite.
|